Förderung von Digitalisierung in Bayern: Förderprogramme in der Übersicht
Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt – und viele kleine und mittelständische Unternehmen möchten Prozesse modernisieren, Software erneuern oder die IT-Sicherheit stärken. Dafür gibt es nach wie vor attraktive Förderprogramme, die Investitionen erleichtern. Gefördert werden momentan sowohl Zukunftsthemen wie Robotik, KI oder Simulationstechniken als auch ganz praktische Grundlagen: moderne IT-Systeme, digitale Workflows, ERP- und CRM-Software sowie Maßnahmen zur sicheren Datenverarbeitung.
Wir stellen Ihnen in diesem Artikel die drei wichtigsten Förderprogramme von Digitalisierungsprojekten vor, von denen Unternehmen in Bayern aktuell profitieren können:
- Digitalbonus Bayern: Zuschuss für Digitalisierung und IT-Sicherheit
- KfW-ERP-Förderkredit Digitalisierung: bundesweiter Kredit für Digitalprojekte
- BAFA-Beratung: Zuschuss für Digitalisierungs- und Prozessberatung
Digitalbonus Bayern (Bayern)
👉 Laufzeit: bis 31.12.2027
👉 Förderträger: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landentwicklung und Energie (StMWi)
Beim Digitalbonus werden kleine Unternehmen im Freistaat Bayern unterstützt, digitale Projekte umzusetzen – von Softwareeinführungen bis zu IT-Sicherheitsmaßnahmen. Der Zuschuss ist nicht rückzahlbar und daher besonders attraktiv. Die verfügbaren Mittel werden monatlich in begrenztem Umfang freigeschaltet.
Wer wird gefördert?
- Kleine Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern
- bis zu 10 Millionen EUR Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme von höchstens 10 Millionen EUR
- Firmensitz oder Betriebsstätte in Bayern
Was wird gefördert?
Gefördert werden ausschließlich Ausgaben für Leistungen externer Anbieter. Die Kosten müssen mindestens 4.000 Euro betragen. Der Digitalbonus unterscheidet zwei Förderbereiche:
1. Digitalisierungsprojekte (Bereich 2.1)
Gefördert werden Maßnahmen, die digitale Abläufe verbessern oder neue digitale Lösungen schaffen. Dazu gehören:
- Einführung oder Erweiterung von ERP-, CRM-, DMS- oder Warenwirtschaftssystemen
- Digitalisierung manueller Abläufe (z. B. Angebote, Rechnungen, Lagerverwaltung)
- Modernisierung bestehender Software
- Systemmigration
- Einsatz moderner Technologien wie KI, Robotik oder Simulation
- Dienstleistungen externer Spezialisten (Installation, Anpassung, Integration)
2. IT-Sicherheitsprojekte (Bereich 2.2)
Dieser Bereich stärkt die IT-Sicherheit im Unternehmen. Förderfähig sind z. B.:
- Firewalls, Sicherheitssoftware, Netzwerkschutz
- Systeme zur Datensicherung und Wiederherstellung
- Hardware zur IT-Sicherheit
- Beratungen und Schulungen mit direktem Sicherheitsbezug
💡 Hinweis: Pro Bereich „Digitalisierung“ und „IT-Sicherheit“ des Förderprogramms können Sie den Digitalbonus einmal erhalten.
❌ Nicht förderfähig sind z. B.:
- klassische Bürohardware (Laptops, Monitore, Drucker)
- Standard-Software ohne Digitalisierungsbezug
- Websites ohne technische Einbindung in Geschäftsprozesse
- rein optische Relaunches oder Marketingmaßnahmen
- laufende Kosten wie Lizenzen, Hosting, Support oder Wartungsverträge
- Ersatzbeschaffungen ohne funktionale Verbesserung
- Schulungen, die nicht direkt mit der geförderten Maßnahme zusammenhängen
- interne Personalkosten
- Projekte, die bereits gestartet wurden (z. B. durch eine Bestellung oder Beauftragung)
- Ausgaben unter 4.000 Euro, da sie als wirtschaftlich zu gering eingestuft werden
- Leasing- oder Mietkaufmodelle
Wie wird gefördert?
| Digitalbonus Standard | Digitalbonus Plus (für Maßnahmen mit besonderem Innovationsgehalt) |
|---|---|
| - Fördersatz: bis zu 50 % der zuwendungsfähigen Ausgaben - Maximaler Zuschuss: 7.500 EUR - Kann je einmal für Digitalisierung und IT-Sicherheit genutzt werden |
- Fördersatz: bis zu 50 % der zuwendungsfähigen Ausgaben - Maximaler Zuschuss: 30.000 EUR - Kann nur einmal beantragt werden - Voraussetzung: hoher Innovationsgrad (z. B. KI, neuartige Robotik) |
Wie komme ich an den Zuschuss?
Der Antrag auf den Digitalbonus muss immer vom Unternehmen selbst gestellt werden – externe Dienstleister dürfen das nicht übernehmen. Eine fachkundige Unterstützung bei der Vorbereitung ist jedoch möglich und oft sinnvoll.
1. Antrag über das ELSTER-Unternehmenskonto stellen
2. Eingangsbestätigung abwarten (ab da Start auf eigenes Risiko möglich)
3. Prüfung durch die Bezirksregierung
4. Bewilligung erhalten
5. Maßnahme umsetzen
6. Verwendungsnachweis einreichen → Auszahlung
💡 Hinweis: Vor der Antragstellung darf keine Maßnahme begonnen werden. Ab der Antragstellung ist eine Umsetzung zwar erlaubt, aber nicht abgesichert. Erst der Förderbescheid macht das Projekt förderrechtlich sicher.
👉 Weitere Informationen des Projektträgers finden Sie hier.
KFW ERP-Förderkredit für Digitalisierung (bundesweit)
👉 Laufzeit des Förderprogramms: Ablauf nicht bekannt
👉 Förderträger: KfW Bankengruppe (Kreditanstalt für Wiederaufbau), gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums
Der KfW-ERP-Förderkredit ist ein modular aufgebautes Förderprogramm, das Unternehmen aller Größen bei der digitalen Transformation unterstützt. Statt eines klassischen Zuschussmodells bietet die KfW vor allem zinsgünstige Kredite mit deutlichen Zinsvorteilen, die je nach Projektumfang und Digitalisierungsgrad in drei Stufen gestaffelt sind. Zuschüsse gibt es nur in den höheren Stufen – sie ergänzen die Kreditförderung, ersetzen sie aber nicht.
Wer wird gefördert?
- Unternehmen mit Sitz in Deutschland oder einer deutschen Betriebsstätte
- Selbstständige, KMU und Mittelstand bis max. 500 Millionen EUR Gruppenumsatz
- Unternehmen aller Branchen
Was wird gefördert?
Der KfW-ERP-Förderkredit Digitalisierung unterstützt alle Investitionen, die Ihr Unternehmen digitaler, effizienter oder technologisch weiterentwickelt. Dazu zählen sowohl Anschaffungen als auch laufende projektbezogene Kosten.
Hier einige Beispiele von förderfähigen Projekten:
- Digitale Technologien & Prozesse z. B. Automatisierung, ERP/CRM/DMS, digitale Plattformen, IT-Sicherheit
- Forschung & Entwicklung z. B. neue Produkte, Prototypen, digitale Verfahren
- Künstliche Intelligenz & Big Data z. B. intelligente Automatisierung, Datenanalyse, Machine Learning
- IT-Infrastruktur & Standardsoftware (für KMU) z. B. Hardware, Cloud-Dienste, Standardsoftware, Server- und Netzwerktechnik
- Mitarbeiterschulungen, wenn sie direkt zur Umsetzung des Digitalprojekts erforderlich sind
- Produkt- und Prozessinnovationen z. B. digitale Effizienzsteigerung, neue digitale Services
❌ Nicht förderfähig sind z. B.:
- Ersatzfinanzierungen oder Nachfinanzierungen bereits begonnener Projekte
- Übernahmen oder Beteiligungen an Unternehmen
- Bau- oder Energietechnik ohne Digitalisierungsbezug
- Standard-Hardware ohne funktionale digitale Verbesserung
- Maßnahmen ohne klaren digitalen Transformationsanteil
Wie wird gefördert?
| Stufe 1: Basisdigitalisierung | Stufe 2: Level-Up-Digitalisierung | Level 3: HighEnd-Digitalisierung | |
|---|---|---|---|
| Zielgruppe | KMU (> 250 MA, max. 50 Mio. EUR Jahresumsatz) | KMU & Mittelstand (alle Größen, max. 500 Mio. EUR Jahresumsatz) | KMU & Mittelstand (alle Größen, max. 500 Mio. EUR Jahresumsatz) |
| Förderbereiche | Grundlegende IT-Infrastruktur, Standardsoftware, Basisdigitalisierung | Vernetzung von Systemen, IoT, ERP/CRM, Industrie 4.0 | KI, Big Data, digitale Zwillinge, komplexe Automatisierung, Einsatz von Robotik und Roboter-Hardware |
| Kreditrahmen | bis 7,5 Mio. EUR mit Zinsvorteil | bis 25 Mio. EUR mit höherem Zinsvorteil | bis 25 Mio. EUR mit hohem Zinsvorteil |
| Zuschuss | / | bis 200.000 EUR | bis 200.000 EUR |
Laufzeiten und Zinsen
- Laufzeit: 2 bis 10 Jahre
- Bis zu 2 tilgungsfreie Jahre
- Beste Zinsen in Stufe 3
- Zins hängt von Bonität, Sicherheiten und Stufe ab
- Umsetzung meist innerhalb von 24 Monaten
Wie komme ich an den Fördermittel Kredit?
Der Förderantrag über den Kredit wird über die Hausbank gestellt – egal ob Sparkasse, Volksbank oder ein anderer Finanzierungspartner. Die Bank übernimmt die Antragstellung bei der KfW und begleitet den Prozess von Anfang bis Ende. Besonders praktisch: Es gibt keinen Mindestkreditbetrag, sodass auch kleinere Digitalisierungsprojekte problemlos gefördert werden können. Finanziert werden bis zu 100 % der förderfähigen Kosten.
👉 Weitere Informationen des Projektträgers finden Sie hier.
Förderung von Unternehmensberatung für KMU (bundesweit)
👉 Laufzeit: 31.12.2026
👉 Förderträger: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
Viele kleine und mittlere Unternehmen stehen vor wirtschaftlichen, organisatorischen oder technischen Herausforderungen – haben aber oft nicht die internen Kapazitäten, um diese strukturiert anzugehen. Die BAFA-Förderung „unternehmerischen Know-hows“ soll genau hier unterstützen: KMU erhalten einen Zuschuss für professionelle Beratungen, die sie in ihrer täglichen Unternehmensführung weiterbringen – auch im Bereich Digitalisierung und Prozessanalyse. Es handelt sich um einen nicht rückzahlbaren Zuschuss zu externen Beratungsleistungen.
Wer wird gefördert?
- Kleine und mittlere Unternehmen mit
- weniger als 250 Mitarbeitern
- maximal 50 Mio. EUR Jahresumsatz oder 43 Mio. EUR Jahresbilanzsumme
- wirtschaftlich aktiv, nicht gemeinnützig
Was wird gefördert?
Gefördert werden externe Beratungen, die die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens verbessern. Dazu zählen:
- Digitalisierungs- und Prozessberatung z. B. Analyse von Abläufen, Softwareeinsatz, Schnittstellen, Vorbereitung von ERP-/CRM-Projekten
- wirtschaftliche Beratung z. B. Investitionsplanungen, Geschäftsmodell, Markt- und Wettbewerbsanalyse, Nachhaltigkeit
- organisatorische Beratung z. B. Strukturen, Arbeitsabläufe, Aufbau- und Ablauforganisation
- technische Beratung z. B. IT-Sicherheit, Datenmanagement, technische Optimierungen
- Personalthemen z. B. Führung, Fachkräftesicherung, Entwicklung, Zusammenarbeit
💡 Wichtig: Die Beratung muss durch ein autorisiertes Beratungsunternehmen erfolgen, das in der BAFA-Beraterdatenbank gelistet ist. Andernfalls werden Anträge nicht genehmigt.
❌ Nicht förderfähig sind z. B.:
- reine Software- oder Hardwarekosten
- Coaching ohne betriebswirtschaftlichen Hintergrund
- Gruppencoachings oder -seminare
- reine Umsetzungstätigkeiten (z. B. Programmierung, Design, operative IT-Arbeiten)
- Beratungen, die bereits vor Antragstellung begonnen wurden
Wie wird gefördert?
Die Förderung wird als Zuschuss ausgezahlt:
- Fördersatz: bis zu 80 % der Projektkosten
- Maximaler Zuschuss: 2.800 Euro
- max. 2 Anträge pro Jahr möglich – insgesamt max. 5 Anträge während Förderprogrammlaufzeit pro Unternehmen
Wie komme ich an den Zuschuss?
Der Ablauf ist übersichtlich und deutlich einfacher als bei anderen Programmen:
1. Berater auswählen: Muss in der offiziellen BAFA-Beraterliste zugelassen sein.
2. Online-Antrag stellen: vor Beginn der Beratung, über das BAFA-Förderportal.
3. Zuwendungsbescheid erhalten: erst danach darf die Beratung starten.
4. Beratung durchführen: innerhalb der vorgegebenen Frist.
5. Verwendungsnachweis einreichen: inkl. Rechnung, Zahlungsnachweis und Beratungsbericht.
6. Zuschuss erhalten: Auszahlung erfolgt direkt an das Unternehmen.
👉 Weitere Informationen des Projektträgers finden Sie hier.
Die Förderprogramme im Bereich Digitalisierung in Bayern im Überblick
| Digitalbonus Bayern | KfW ERP-Förderkredit Digitalisierung | Unternehmensberatung für KMU | |
|---|---|---|---|
| Region | Bayern | Bundesweit | Bundesweit |
| Laufzeit | 31.12.2027 | / | 31.12.2026 |
| Art der Förderung | Zuschuss (nicht rückzahlbar) | Zinsgünstiger Kredit (optional Zuschuss in höheren Stufen) | Zuschuss (nicht rückzahlbar) |
| Wer wird gefördert? | Kleine Unternehmen (< 50 Mitarbeiter, < 10 Mio EUR Umsatz) | Unternehmen aller Größen | Kleine und mittlere Unternehmen (< 250 Mitarbeiter, < 50 Mio EUR Umsatz) |
| Was wird gefördert? | Digitalisierung und IT-Sicherheit (externe Leistungen) | Digitalisierung, Innovation, IT, KI, Robotik, Infrastruktur | Digitalisierung, Innovation, IT, KI, Robotik, Infrastruktur |
| Förderhöhe | Standard: bis 7.500 EUR / Plus: bis 30.000 EUR (bis 50 %) | Bis 25 Mio. EUR Kredit; Zuschuss bis 200.000 € (ab Stufe 2 & 3) | Bis 4.000 EUR (bis 80 %) |
Fazit
Wer digital vorankommen will, sollte die aktuellen Fördermöglichkeiten unbedingt im Blick behalten. Viele Unternehmen unterschätzen, wie viel Unterstützung es derzeit noch gibt – und wie schnell sich Programme verändern oder ganz verschwinden können. Gerade kleine und mittlere Betriebe profitieren davon, weil Digitalisierung nicht erst bei großen Innovationsprojekten beginnt. Sie startet oft bei den Basics: saubere Prozesse, verlässliche IT-Systeme, ein strukturiertes Datenmanagement. Und genau dafür sind Förderprogramme gemacht – um diese Schritte zu erleichtern und Investitionen abzufedern.
Natürlich ist das Förderumfeld komplex. Es gibt Fristen, Bedingungen, Ausnahmen und eine Vielzahl an Varianten. Sich hier allein durchzuarbeiten, kostet Zeit – und die fehlt im Tagesgeschäft meistens.
Deshalb unser Rat: Beschäftigen Sie sich damit, solange die Programme verfügbar sind. Und wenn Sie sich fragen, welches Förderprogramm zu Ihrem Vorhaben passt oder womit Sie anfangen sollten – wir helfen gerne weiter, bringen Orientierung in die Möglichkeiten und zeigen, wie Ihr Unternehmen die Förderung sinnvoll nutzen kann. Kontaktieren Sie uns noch heute.